Design und Kunst: Verpackungsmittelhersteller / Faltschachtelnhersteller für die Pharma-, Kosmetik- und Konsumgüterindustrie
Reiz und Hülle
Verpackungen – Faltschachteln – so alltäglich, dass sie so unsichtbar sind, wie des Kaisers neue Kleider? Keineswegs! Mit der Industriealisierung, die im 19. Jahrhundert die Massenfertigung ermöglichte, wurde die Ware zunächst in relativ anonyme und einheitliche Formen, Materialien und Farben verpackt. Der Vernunftsaspekt dominierte. Das änderte sich schlagartig, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewusstes Produktdesign entstand: Funktionalität und Formschönheit vereinten sich. Künstler und Grafiker gaben dem Produkt und seiner Verpackung ein individuelles, reizvolles Äußeres.
Dieser ästhetische Appell an das Gefühl, dieser Mehrwert durch Design, erlaubte eine stärkere Identifizierung mit dem Markenartikel oder dem Anbieter. Kaufen machte Spaß und verschönte den Alltag.
Verpackung heute erfüllt vielfältige Aufgaben. Zunächst ist sie der erste Kontakt zwischen herstellendem Unternehmen und Konsumenten. Über die visuelle Erscheinungsform gelingt es einer guten Verpackung in Sekundenschnelle, die Qualität oder merkfähigen Besonderheiten eines Produktes oder eines Unternehmens zu übermitteln.
In zweiter Linie informiert sie den Kunden über Inhalt und Menge,
Anwendung, Lagerung. Dass sie Schutz auf Transportwegen und den
einwandfreien Gebrauch des Produktes gewährleistet,
ist selbstverständlich.
Die Verpackung ist die Visitenkarte der Ware. Vor dem Hintergrund des
unternehmerischen Auftrittes, ist sie aber auch Abbild unserer sich
ständig wandelnden Alltagskultur.
Henry van der Velde, Künstler, Architekt und einer der ersten Produkt- und Verpackungsdesigner der Jugendstilära, drückte das so aus: »Kunst und Industrie einigen, heißt nichts Geringeres, als Ideal und Wirklichkeit verschmelzen.«




